Altes Eckernförde

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wahrzeichen

Die Bronzenixe: Wächterin über die Bucht

Es gibt Orte, an denen die Zeit ein wenig langsamer zu fließen scheint, und der Strand von Eckernförde ist einer davon. Wenn ich heute am Wasser entlangschlendere, den salzigen Duft der Ostsee in der Nase und das ferne Kreischen der Möwen im Ohr, zieht es mich unweigerlich zu ihr: der Nixe. Seit 1999 thront sie dort auf ihrem Stein, geschaffen von Eckhard Kowalke, und ist längst mehr als nur eine Bronzestatue. Sie ist eine stille Vertraute geworden, die geduldig den Geschichten der Vorbeiziehenden lauscht, während die Wellen sanft gegen das Ufer klatschen.

Ich erinnere mich noch gut an jene Tage, als die Statue neu war. Die Bronze glänzte noch in einem anderen Ton, bevor die salzige Seeluft ihr diese charakteristische Patina schenkte, die sie heute so würdevoll aussehen lässt. Für uns Einheimische ist sie ein Ankerpunkt. Wie oft haben wir uns an der Promenade verabredet, den Blick gemeinsam mit ihr auf den Horizont gerichtet? Sie verkörpert die Sehnsucht der Seefahrt und gleichzeitig die Geborgenheit unserer kleinen Stadt. Wenn die Sonne langsam hinter den Giebeln der Altstadt versinkt und das Licht golden auf ihrem Metall tanzt, scheint sie fast zum Leben zu erwachen.

Die Nixe hat Generationen von Strandkörben kommen und gehen sehen. Sie hat miterlebt, wie Kinder im Sand ihre ersten Burgen bauten und wie Paare Hand in Hand den ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten. Es ist diese Beständigkeit, die mich so berührt. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, bleibt sie unbewegt. Ihr Blick ist weder traurig noch froh, sondern trägt eine tiefe Ruhe in sich, die sich auf jeden überträgt, der kurz bei ihr verweilt. Sie ist das Herzstück unserer Bucht, eine Wächterin der Erinnerungen, die uns immer wieder daran erinnert, wo wir zu Hause sind.