Altes Eckernförde

All the news that's fit to print / Est. 1872

panorama

Ein Sommertag am Hafen: Kirchtürme und Ostsee

Wenn ich heute die Augen schließe, kann ich das Knarren der alten Holzstege im Hafen noch immer hören. Es ist Juni, das Jahr 2004, und die Luft in Eckernförde trägt diesen ganz besonderen Duft mit sich – eine Mischung aus salziger Gischt, getrocknetem Seegras und dem fernen Aroma von geräuchertem Fisch, der aus den kleinen Gassen der Altstadt herüberweht. Von meinem erhöhten Standpunkt aus breitet sich das Panorama vor mir aus wie ein handgemaltes Aquarell, in dem die Grenzen zwischen dem tiefen Blau der Ostsee und dem sanften Grün der Borbyer Ufer verschwimmen.

Dort drüben liegt Borby, das alte Fischerdorf, das sich so stolz an den Hang schmiegt. Die weißen Fassaden der Häuser leuchten im milden Frühsommerlicht und spiegeln sich im ruhigen Wasser der Bucht. Es ist ein Anblick, der Ruhe atmet. Unten im Hafen liegen die Kutter Seite an Seite, ihre Masten zeichnen filigrane Linien in den Himmel, während das sanfte Klatschen der Wellen gegen die Kaimauer den Rhythmus der Stadt vorgibt. In diesen Momenten scheint die Zeit keine Rolle zu spielen; es ist, als würde die Geschichte der Stadt in jeder Welle mitschwingen, die den Hafen erreicht.

Der Blick schweift weiter hinüber zur Altstadt, wo die roten Ziegeldächer wie ein schützender Panzer die engen Gassen umschließen. Man kann fast spüren, wie das Leben dort unten pulsiert, ohne jedoch die friedliche Stille des Panoramas zu stören. Es ist die Verbindung von Wasser und Stein, von harter Arbeit auf See und der Geborgenheit der heimischen Stuben, die Eckernförde so einzigartig macht. Hier, wo die Wellen die Fundamente der Geschichte berühren, fühlt man sich gleichzeitig klein und doch vollkommen zu Hause.

Jahre sind vergangen, seit dieses Bild im Juni 2004 festgehalten wurde, doch die Sehnsucht nach diesem speziellen Licht bleibt. Es war ein Moment des Innehaltens, ein Augenblick, in dem die Welt für einen Herzschlag lang perfekt geordnet schien. Wer einmal am Ufer gestanden und diesen Dreiklang aus Borby, Hafen und Altstadt in sich aufgesogen hat, der trägt ein Stück dieser norddeutschen Seele für immer in sich. Es ist mehr als nur eine Aussicht; es ist das Gefühl, angekommen zu sein.