Altes Eckernförde

All the news that's fit to print / Est. 1872

strandkoerbe

Das Knistern der Weide und der Duft von Salz und Sommer

Wer an Eckernförde denkt, der hört unweigerlich das rhythmische Schlagen der Wellen gegen die Kaimauer und das ferne Kreischen der Möwen. Doch das Herzstück unserer Küste, das Bild, das sich so tief in unsere Kindheitserinnerungen eingebrannt hat, sind die treuen Wächter des Sandes: die Strandkörbe. Wenn man heute am Ufer entlanggeht und die durchnummerierten Holzgestelle sieht, ist es fast so, als würde die Zeit für einen Moment stillstehen. Man riecht förmlich wieder die Mischung aus Sonnencreme, getrocknetem Seegras und dem leicht modrigen, aber vertrauten Duft des feuchten Geflechts nach einem kurzen Sommerregen.

Ich erinnere mich an die Tage, an denen wir als Kinder barfuß über den noch kühlen Sand liefen, bevor die Mittagssonne ihn aufheizte. Der Strandkorb war damals mehr als nur eine Sitzgelegenheit; er war unsere Festung, unser Windschatten und der Ort, an dem die Welt für ein paar Stunden Pause machte. Das raue Knistern der Weidenruten, wenn man sich tief in die Polster drückte, und das dumpfe Klacken der ausziehbaren Fußstützen gehörten zum Soundtrack des Sommers. In diesen kleinen Kabinen aus Holz und Stoff schmeckten die mitgebrachten Butterbrote immer ein bisschen nach Freiheit und einer Prise Meersalz.

Wenn der Abend über die Bucht hereinbricht und die Schatten der Körbe länger werden, liegt eine ganz besondere Stille über dem Eckernförder Strand. Die Tagesgäste sind längst fort, und nur die Nummern an den Seiten der Körbe – die 8, die 10 oder die 14 – zeugen von den Geschichten, die hier heute geschrieben wurden. Es sind Orte der Beständigkeit in einer Welt, die sich immer schneller dreht. Wer einmal in einem Strandkorb gesessen und den Blick über die weite Ostsee schweifen ließ, während der Wind sanft am Verdeck zupfte, der trägt ein Stück dieser Ruhe für immer in sich. Es ist das Gefühl von Heimat, eingefangen in Blau und Weiß.