Wenn ich heute am Hauptstrand stehe und den Blick über die weite Bucht schweifen lasse, ist es nicht nur die frische Ostseeluft, die mir entgegenweht. Es ist der Geruch von Sonnencreme und salziger Haut, der mich sofort zurück in die Sommer meiner Kindheit katapultiert. Damals schien der Strand unendlich weit, ein goldenes Reich aus feinem Sand, in dem wir Burgen bauten, die jeder Flut trotzen sollten. Das Kreischen der Möwen war die Hintergrundmusik zu unseren Abenteuern, während die Eltern im gestreiften Strandkorb saßen und die Zeit für einen Moment stillzustehen schien.
Das Wasser in Eckernförde hat eine ganz eigene Farbe, ein tiefes Blaugrün, das an manchen Tagen so klar ist, dass man die kleinen Krabben über den Grund huschen sehen kann. Ich erinnere mich an das prickelnde Gefühl, wenn man die ersten Schritte hineinwagte, die Zehen im kühlen Sand vergrub und wartete, bis die nächste Welle die Knie umspülte. Es war ein Ort der Freiheit, fernab von Schulbänken und Pflichten. Hier zählte nur, wer den flachsten Stein am weitesten über die Wellen hüpfen lassen konnte oder wer den schönsten Donnerkeil im Spülsaum fand.
Vieles hat sich über die Jahrzehnte verändert, die Mode der Badegäste ist bunter geworden, und die Promenade erzählt neue Geschichten. Doch die Seele des Hauptstrandes bleibt dieselbe. Es ist die Beständigkeit der Gezeiten und das vertraute Rauschen der Brandung, das uns immer wieder hierher zurückkehren lässt. Wenn die Sonne langsam tiefer sinkt und den Strand in ein weiches, warmes Licht taucht, spürt man die Verbindung zu all den Generationen, die vor uns genau hier saßen und denselben Horizont betrachteten.
Eckernförde ohne seinen Strand wäre wie ein Sommer ohne Eiscreme. Er ist das Herzstück unserer Stadt, ein lebendiges Archiv voller Familienerinnerungen und kleiner Glücksmomente. Auch heute noch, wenn ich meine Schuhe ausziehe und den ersten Schritt in den weichen Sand setze, fühle ich mich wieder wie das Kind von damals – bereit für einen endlosen Tag am Meer, an dem das einzige Ziel ist, den Sonnenuntergang nicht zu verpassen.