Es gibt ein Geräusch, das untrennbar mit meiner Kindheit in Eckernförde verbunden ist: das dumpfe Klacken der hölzernen Gitter, wenn man die Fußstützen eines Strandkorbs herauszieht. Wer einmal barfuß durch den feinen, kühlen Sand gelaufen ist, während der Wind die salzige Gischt der Ostsee heranträgt, weiß, dass diese blau-weißen Festungen mehr sind als nur Sitzmöbel. Sie sind kleine Refugien, in denen die Zeit stillzustehen scheint, geschützt vor der steifen Brise, die hier oben im Norden zum guten Ton gehört.
Ich erinnere mich an die endlosen Nachmittage am Kurstrand, wenn die Nummern auf den hellen Stoffbezügen wie kleine Orientierungspunkte in einer Welt aus Sand und Wasser wirkten. Wir Kinder bauten Burgen direkt vor den hölzernen Kufen, während die Erwachsenen sich tief in das gestreifte Polster zurückzogen, um in einem Buch zu lesen oder einfach nur auf den Horizont zu blicken, wo die Segelboote wie weiße Tupfen auf dem tiefen Blau tanzten. Der Geruch von Sonnencreme vermischte sich mit dem Aroma von frischen Fischbrötchen, das vom Hafen herüberwehte.
Selbst wenn der Himmel sich heute in jenem typischen norddeutschen Grau zeigt, strahlen die ordentlich aufgereihten Strandkörbe eine unerschütterliche Gemütlichkeit aus. Sie warten geduldig auf die nächste Generation von Träumern, die in ihnen Zuflucht vor der Welt suchen. In der Abenddämmerung, wenn die Schatten länger werden und die Tagesgäste langsam den Strand verlassen, bleibt nur noch das leise Knarren des Holzes und das ferne Kreischen der Möwen – ein Echo der Geborgenheit, das Eckernförde seit jeher so besonders macht.