Wenn der Wind von der Ostsee herüberweht und das Salz auf den Lippen brennt, scheint die Zeit am Kirchberg in Borby stillzustehen. Es ist ein besonderer Ort, an dem die alten Feldsteine der Kirche eine Geschichte flüstern, die weit vor die Zeit reicht, als Borby ein Teil von Eckernförde wurde. Man kann fast noch das Klappern der Holzschuhe auf dem Kopfsteinpflaster hören und das ferne Rufen der Fischer, die ihre Netze im Hafen flickten. Hier, oben auf der Anhöhe, suchten sie Schutz und Segen, bevor sie hinaus auf die unberechenbare Förde zogen.
Ich erinnere mich an jene Nachmittage, an denen das Licht der tiefstehenden Sonne die Mauern der Borbyer Kirche in ein sanftes Gold tauchte. Der Geruch von feuchtem Gras und der herbe Duft des Meeres vermischten sich in der Luft. Die Kirche war nicht nur ein Bauwerk aus Stein; sie war der Ankerpunkt eines eigenständigen Fischerdorfes, dessen Herzschlag im Rhythmus der Gezeiten pochte. Wer heute durch die schmalen Gassen Borbys wandelt, spürt noch immer diesen ganz eigenen Stolz, eine Verbundenheit mit dem Wasser, die tiefer geht als jede Stadtgrenze.
Im Inneren der Kirche empfängt einen eine Stille, die so dicht ist, dass man meint, das Echo vergangener Gebete hören zu können. Es ist eine schlichte, ehrliche Schönheit, die perfekt zu den Menschen passt, die Borby einst prägten. Es waren harte Hände, die diese Steine schichteten, und gläubige Seelen, die hier Trost fanden, wenn der Fang ausblieb oder der Sturm zu heftig tobte. Die Borbyer Kirche ist ein stiller Zeuge des Wandels, ein Denkmal der Beständigkeit in einer Welt, die sich immer schneller dreht.
Wenn man heute von der Kirchmauer aus über die Bucht blickt, sieht man die Segelboote und das moderne Leben der Stadt. Doch im Rücken spürt man die kühlen, festen Mauern des alten Borby. Es ist ein Gefühl von Heimat, das über Generationen hinweg bewahrt wurde. Solange die Glocken über den Hang klingen und ihr Echo über die Wellen schicken, bleibt die Seele des alten Fischerdorfes lebendig – tief verwurzelt in der Erde und den Herzen derer, die diesen Ort lieben.