Wer heute am Hafen von Eckernförde entlangschlendert, spürt noch immer diesen ganz besonderen Herzschlag der Stadt. Es ist der Geruch von Salz, altem Holz und dem fernen Versprechen der Ostsee. Mittendrin steht er, der Alte Leuchtturm, als stummer Zeuge einer Zeit, in der das Leben noch im Rhythmus der Gezeiten und dem Einlaufen der Fischkutter verlief. Seit 1907 trotzte er jedem Sturm und war für uns Kinder der Stadt weit mehr als nur ein technisches Bauwerk aus Stein und Metall.
Ich erinnere mich noch gut an die Abende meiner Kindheit, als das Licht des Turms über das dunkle Wasser tanzte. Es war ein beruhigendes Signal, das uns sagte: Alles ist gut, der Hafen ist nah. Wenn die Fischer mit ihren schweren Netzen und dem silbernen Fang des Tages zurückkehrten, wies ihnen dieses treue Feuer den Weg vorbei an den tückischen Untiefen. Das rhythmische Blinken war wie der Puls von Eckernförde, ein vertrauter Taktgeber, der uns in den Schlaf wiegte, während draußen der Wind in den Takelagen der Segelschiffe pfiff.
Obwohl sein Dienst im Juni 1981 offiziell endete, hat der Alte Leuchtturm an de Dang nichts von seiner Seele verloren. Wenn man heute vor ihm steht und die raue Oberfläche betrachtet, meint man fast, das Echo der Rufe alter Kapitäne zu hören. Er ist ein Ankerpunkt unserer Identität geblieben, ein Denkmal der Beständigkeit in einer Welt, die sich immer schneller dreht. Er erinnert uns daran, dass wir alle einen Ort brauchen, der uns leuchtet, wenn die See des Lebens einmal rau wird.