Altes Eckernförde

All the news that's fit to print / Est. 1872

marktplatz

Das Alte Rathaus am Markt - Herz der Stadt

Wenn ich heute über das Kopfsteinpflaster des Rathausmarktes gehe, ist es, als würde die Zeit für einen Moment stillstehen. Das Alte Rathaus mit seinem markanten Giebel und den warmen, roten Backsteinen steht dort wie ein unerschütterlicher Wächter unserer Stadtgeschichte. Es ist nicht nur ein Gebäude aus Stein und Mörtel; es ist der Ort, an dem sich über Jahrhunderte das Leben der Eckernförder abspielte. Wer die Augen schließt, kann fast noch das Klappern der Pferdekutschen hören, die hier einst hielten, und das geschäftige Treiben der Kaufleute spüren, die ihre Waren unter dem strengen, aber gerechten Blick der Ratsherren feilboten.

Ich erinnere mich an die kühlen Herbstmorgen, wenn der Nebel von der Ostsee herüberzog und sich wie ein weicher Schleier um die Ecken des Rathauses legte. Der Geruch von Salzluft und frischem Fisch vom nahen Hafen vermischte sich mit dem Duft von gebrannten Mandeln oder frischem Brot, je nachdem, welche Jahreszeit gerade Einzug hielt. Das Rathaus war dabei stets der feste Ankerpunkt. Es hat Kriege überdauert, Sturmfluten getrotzt und Generationen von Bürgern kommen und gehen sehen. In seinen Mauern wurden Urteile gesprochen, Feste gefeiert und die Weichen für unsere Gemeinschaft gestellt.

Heute beherbergt das Haus ein Museum, das die Schätze unserer Vergangenheit hütet, doch für mich bleibt es vor allem ein Ort der Begegnung. Wenn das Abendlicht die Fassade in ein goldenes Leuchten taucht, wirken die Fenster wie Augen, die geduldig auf den Markt hinabblicken. Es sind diese Momente der Stille, in denen man die tiefe Verbindung zu den Menschen spürt, die vor uns hier standen. Eckernförde hat sich gewandelt, die Mode hat sich verändert und die Stimmen sind leiser geworden, aber das Alte Rathaus am Markt bleibt das schlagende Herz unserer Heimat, das uns leise von Beständigkeit und Zusammenhalt erzählt.